Zeitgeist

Ein »alkohöllischer« Jahres-Mix

Von Eva Eckle

FASTER Software – 16. Dezember 2020
Das laufende Schaltjahr 2020 mit seinen 366 Tagen hat’s wirklich in sich. Ein Jahr, von dem gefühlt dreiviertel der Tage das Prädikat »besonders schwierig« trugen. Die pandemiebedingten Geschehnisse sind mit den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, klimatischen und privaten Auswirkungen in der Tat ein Jahres-Mix aus außerordentlichen Zutaten…  

…dem Brexit, der 75. Jahrestag der Beendigung des zweiten Weltkriegs, die 25-jährigen Jubiläen von MP3 und Web.de, die internationale »Black-lives-matter« Bewegung, Trumps Verkündigung des Austritts der USA aus der WHO, den Rekorden an der Wall-Street, dem Boom im Onlinehandel, das Fortschreiten der Digitalisierung, der Schrottentsorgung im Orbit, der Entwicklung des selbst parkenden Autos, dem 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung, dem 100-jährigen Bestehen von Haribo, der Eröffnung des Flughafens Berlin »Willy Brandt« (nach 14 Jahren Bauphase), der andauernden Flüchtlingskrise, der G20-Gipfel in Riad, der Renaissance der Verschwörungstheorien, der Pflegekräfteunterbezahlung, der Impfstoffentwicklung, den Naturkatastrophen, »Fridays for Future«-Aktionen, Aufforstung, erneute Terroranschläge, die Präsidentschaftswahlen in den USA und vieles mehr. Aber letztendlich wurde das Weltgeschehen 2020 primär von der COVID-19-Pandemie geprägt: Corona.

Während die Weltwirtschaft unter der zweiten Pandemiewelle ächzt, der nächste Shutdown gerade beginnt und man auf die vergangenen 351 Tagen blickt, könnte man meinen, 2020 habe sich beim Jahreswechsel ein Gläschen zu viel des »satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunschs*« gegönnt und stecke seither fest in einem irrsinnigen Rausch. Delirium oder ein Weckruf?

Die pandemiebedingte Vollbremsung der Wirtschaft im Frühjahr brachte elementare Veränderungen im sozialen Umgang und in der Neugestaltung der Bildungs- und Arbeitswelt mit sich. Auf die digitale Transformation der Industrie wirkte der Stopp wie ein Flywheel-Effekt. Mit 45 von 100 möglichen Punkten hat sich der Digitalisierungsgrad der deutschen Industrie um sechs Punkte im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Insgesamt gelten knapp sieben Prozent der Unternehmen in Deutschland als »digitale Vorreiter« und kommen im Wirtschaftsindex DIGITAL auf 81 bis 100 Punkte. Knapp ein Drittel aller Unternehmen gehört zur nächsten Kategorie der »digitalen Fortgeschrittenen«. Weltweit nutzten im Januar 2020 rund 4,54 Milliarden Menschen das Internet. Der aktuelle Wert entsprach 59 Prozent der Weltbevölkerung. Die Zahl nahm im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,0 Prozent oder 298 Millionen Menschen zu.

Digitales Lernen ist in der Corona-Krise gefragter denn je. Im ersten Quartal 2020 kommunizierten 59 % der 10- bis 15-Jährigen mit Lehrkräften oder anderen Lernenden über entsprechende Lernplattformen oder -portale. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, war dieser Wert mehr als sieben Mal so hoch wie im Vorjahr (1. Quartal 2019: 8 %). Von den Schülerinnen, Schülern und Studierenden ab 16 Jahren nutzten 72 % diesen Weg der Kommunikation zu Lernzwecken. Damit hat sich in dieser Altersgruppe der Anteil im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal verdoppelt (1. Quartal 2019: 35 %).

Wie ist es uns bei FASTER in diesem »interessanten« Jahr ergangen? Uns kam zugute, dass wir bereits vor der Pandemie verstärkt die Möglichkeit für dezentrales Arbeiten eingeführt hatten. Es wurde dann halt gezwungenermaßen mehr als ursprünglich angedacht. Und auch wenn wir uns derzeit mehr auf unsere privaten Büros verteilen und Besprechungen hauptsächlich virtuell stattfinden, sehen wir bzgl. des Themas Social-Distancing bei der Arbeit kein großes Problem. Das ist für einen bestimmten Zeitraum gut machbar – wir sehen es einfach als »nette Abwechslung«. Dem Trend einer virtuellen Weihnachtsfeier werden wir nicht folgen. Wir holen es nach, sobald es wieder möglich ist. Wir sind uns einig, es kommen wieder andere Zeiten – und umso schneller, je konsequenter wir jetzt handeln. Apropos konsequentes Handeln: Für uns gehört neben dem Tragen einer Maske selbstverständlich auch die Nutzung der Corona-App dazu.

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) auf seiner Webseite zur App mitteilt, liegt der aktuelle Stand der Download-Zahlen in Deutschland vom 11. Dezember bei 23,8 Millionen Downloads, was bei 83,2 Millionen Einwohner in Deutschland einer ungefähren Durchdringung von 28,61 Prozent entspricht. Laut einer Studie der Universität Oxford kann die Corona-Epidemie gestoppt werden, wenn rund 60 Prozent der Bevölkerung die Tracing-App benutzen. Viel hilft viel: Je mehr Menschen in Deutschland die Corona-Warn-App auf ihr Smartphone laden und aktivieren, desto eher können Infektionsketten durch die Contact-Tracing-Lösung frühzeitig erkannt und unterbrochen werden. Also, wer’s noch nicht installiert hat: Hier geht es.

Für mich kann ich sagen, dass ich mit den derzeitigen Einschränkungen angesichts unseres kollabierenden Planeten gut leben kann. Ich schränke mich bei Dingen, die den Konsum und den Verbrauch von Energie betreffen maximal ein, trage konsequent Maske, habe mein Einkaufsverhalten angepasst, bleibe amap@home, kaufe lokal bei Bauern und unterstütze Restaurants in der nahen Umgebung. Was ich in dieser Zeit besonders für mich entdeckt habe, ist das Hören von Podcasts. Zu allen mich interessierenden Themenfelder, gibt es unterhaltsame, erhellende und inspirierende Inhalte. Das Corona-Update mit Drosten gehört auch dazu.
Ich hoffe in diesem Zusammenhang, dass der Raum für Verschwörungstheorien immer mehr der Erkenntnis weicht, dass Verschwörungstheoretiker eben keine unabhängigen, kritischen Denker sind. Der Unterschied zur Wissenschaft: Zweifel ist eine Methode, und das Ergebnis ist offen. Es setzt sich durch, was belegt und nicht falsifiziert werden kann. Bei der Verschwörungstheorie ist das Ergebnis vorgegeben, und die Fakten werden angepasst.

Und wie sieht es mit den Weihnachtsvorbereitungen dies Jahr aus? Auch die sind digitaler denn je. Die Suchbegriffe rund um die Festtagsplanung in den eigenen vier Wänden verraten es. Die Google-Suche nach Keksrezepten, Weihnachtsdekorationen und »Glühwein selbst machen« verzeichneten eine Steigerung um 64 Prozent. Durch die Absage der Weihnachtsmärkte ist eine Kulturkonstante der Vorweihnachtszeit weggebrochen. Auch der Leitstern des Weihnachtsfestes wird Verzicht sein (müssen). Viele Weihnachtstraditionen muss man dies Jahr streichen. Die steigenden Fallzahlen zwingen uns zum ersten Mal in den über 2000 Jahren, in denen wir Weihnachten feiern – dem Fest der Liebe und Nähe – zu einem Fest der Distanz im kleinen Rahmen. 64 Prozent der Deutschen wird zu Weihnachten nicht verreisen und ein Fünftel feiert Weihnachten sogar virtuell, so eine internationale Studie des Medientechnologieunternehmens Verizon Media.

Unsere Weihnachtsempfehlungen zum Schluss: Der Christbaum von Welt trägt dies Jahr Rot und unser Tipp zum Verschenken, das Kult-Kinderbuch von Michael Ende »Der Wunschpunsch«. Das ist auch als Hörbuch erhältlich – und gesprochen von Christoph Maria Herbst – für die ganze Familie sehr unterhaltsam.

Wir wünschen eine gemütliche Weihnachtszeit, einen friedlichen Jahreswechsel und nicht vergessen – vor allem in solchen Zeiten ist eins für ein stabiles Mindset tierisch wichtig:
Schöne Momente genießen, ma‘ abschalten und…

In diesem Sinne
tapfer sein, durchhalten und optimistisch bleiben!

Ihr Team von 
FASTER Software


[1] Manager Magazin: Neuinfektionen erreichen Höchstsand

[2] Statista: IT-Nutzung – Statistisches Bundesamt (destatis.de)

[3] Der Monitoring-Report »Wirtschaft DIGITAL«: BMWi – Die Wirtschaft bei der Digitalisierung beobachten

[4] Capital: Internetnutzung: So digital ist die Welt 2020 – Capital.de

[5] Süddeutsche: #Klimawandel #Internet

[6] Corona Warn-App: Aktuelle Download Zahlen

[7] Marketing Börse: Web.de wird 25 Jahre!

[8] One2One: Einschränkungen für das diesjährige Weihnachtsfest

[9] One2One: Ohne Weihnachtstraditionen weniger Weihnachtsgeschäft

[10] Spektrum: VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN: Wie sollten wir mit so genannten alternativen Fakten umgehen?

[11] NDR/Corona-Leugner: Wie geht man mit ihnen um?  NDR GESUND mit Dr. Wimmer

[12] *Michael Ende: »Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch«, Hörprobe vom Hörbuch gesprochen von Christopher Maria Herbst

[13] Corona Warn-App: Hier geht’s zur Installation https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/corona-warn-app

[14] © 2020 Illustration Claus Dorsch

Es war einmal… vor langer Zeit eine erste E-Mail und ein Internet

Von Eva Eckle

FASTER Software – 11. Dezember 2019
Damals im Jahre 1984 vor 35 Jahren verschickte der Ingenieur R. Tomlinson die erste E-Mail der Welt. Fünf Jahre später präsentierte T. Berners-Lee dann erstmals sein Konzept des »World Wide Web«, einem internetbasierten System aus Hypertext-Dokumenten (Websites). Zwei digitale Startschüsse, die das Leben auf unserem bis dahin noch eher analog verwurzelten Planeten grundlegend ändern sollten.

Für die Übertragung einer E-Mail war damals noch ein Computer von der Größe einer Waschmaschine erforderlich und nur wenige Experten konnten E-Mails senden und empfangen. Heute ist die elektronische Post für 85 Prozent der Deutschen selbstverständlich und täglicher Begleiter. Das E-Mail-Aufkommen wächst seit 35 Jahren kontinuierlich. Im Jahr 2018 wurde in Deutschland mit 848,4 Milliarden ein neuer Rekord für das E-Mail-Volumen aufgestellt – ohne Spam wohl bemerkt.

Quelle: GMX 2019

Die Nutzung des Internets erfreut sich ebenso großer Beliebtheit. Nach der BVDW-Studie »Digitale Nutzung« sind 46 Prozent der Deutschen heute »always on«. Und laut aktueller ARD/ZDF Online-Studie sind derzeit 63,3 Millionen Deutsche ab 14 Jahren online. Im Jahr 2000 waren dies zum Vergleich nur 18,3 Millionen.

Auch bei FASTER ist seit Firmengründung 1998 ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation die E-Mail. Die erste Firmenwebseite gab’s bereits kurz nach dem Start und das Web spielt bei der Software-entwicklung seit jeher eine große Rolle. Es dient zum Beispiel als Ressource für Tools, Dokumenta-tionen und spezielle Probleme während der Entwicklung. Einige Projekte sind bei uns über das Internet angebunden, andere Projekte laufen im lokalen/Intranet-Kontext – aber eins haben alle gemein: Sie nutzen unverzichtbare Web-Technologien wie HTTP, E-Mail, Webservices, HTML usw.

Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich zum Zeitpunkt der FASTER-Gründung meinen ersten Computerkurs machte. Schulung in Windows/Office 98 (Codename: Memphis) mit dem Internet Explorer 4.0 und Multimedia-Erweiterungen. Als Bonus gab es – und nun Trommelwirbel: Das Erlernen des Surfens im World Wide Web. So besuchte ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Webseite. Ich kann mich auch an sowas wie einen ersten Chat über das Internet erinnern. Über welches Tool und mit wem, keine Ahnung. Aber ich fand das alles großartig. Spooky irgendwie aber wahnsinnig spannend.

Mit der Systemvoraussetzung von 16 MB RAM und einer 56 KBit/s Internetleitung konnte es allerdings nur eine recht lahme erste Interneterfahrung gewesen sein. Mein Rechner heute hat 32 GB RAM und die Datentransferrate sirrt mit 250 MBit/s. Eine E-Mail hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht verschickt. Wir sind uns nicht mehr sicher, aber Matthias hatte wohl Mitte der 90er seinen ersten eigenen E-Mail Account, ich hatte erst ein paar Jahre später einen.

1983/Motorola »Der Knochen«

Seit nun 1984 mit der ersten E-Mail das digitale Zeitalter eingeläutet wurde, entfaltet es sich rasant und unaufhaltsam. Überall verändern sich Prozesse auf fundamentale Weise. In allen Bereichen: Kommunikation, Einkaufsverhalten, Bankgeschäfte, Reisen, Medien, Produktionsabläufe…
Wie war denn eigentlich der technische Stand zum Zeitpunkt des Startschusses? 1984 befand sich das Internet (zu dieser Zeit noch Arpanet) in seiner Frühphase und die Nutzung spielte in der Bevölkerung noch keine Rolle, das weltweit erste kommerzielle Mobiltelefon von Motorola »der Knochen« hatte mit 800 Gramm das Gewicht einer Mini-Hantel, der Akku hielt ganze zwanzig Minuten und war mit 11.000 DM nicht gerade für jedermann erschwinglich, die Gurtpflicht wurde eingeführt, das Kabelfernsehen ging an den Start und ein Liter Normalbenzin kostete 132 Pfennig… Kommt einem so vor als wäre das 100 Jahre her.

Ist es aber nicht. Sogar deutlich kürzer als man meinen mag. Denn im Jahr 1993 machte das Internet lediglich etwa 1% der Informationsflüsse der weltweiten Kommunikationsnetze aus, während es im Jahr 2000 schon die Mehrheit des technischen Informationsaustausches beherrschte (51%) aber erst ab 2007 klar dominierte (97% der Bytes die weltweit ausgetauscht wurden). Diese eindeutige Vorherrschaft ist also »erst« 12 Jahre her!

Quelle: Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.

2007 war übrigens auch das Jahr als das erste iPhone erschien. Tja, die »digital Natives« heutzutage können noch nicht sprechen, aber dafür sämtliche Mobile Devices bedienen. Für sie wäre eine Welt ohne die umfassenden digitalen Services absolut undenkbar. Das man sich mal ganz analog verabredet und getroffen hat – ganz ohne Handy und Internet – hä, wie das denn?

Auch unser Weihnachten, welches die Menschheit bereits seit 2000 Jahren feiert, kommt ohne digitale Services schon längst nicht mehr aus. Ob Online-Bestellungen, Live-Chats oder Apps – Unternehmen, die digitale Services anbieten, kommen in Deutschland gut an. Unabhängig von Alter und Geschlecht bewerten knapp 60 Prozent der Deutschen die Digitalisierung der Service-Landschaft als positiv.
75 Prozent der Deutschen werden auch dies Jahr ihre Weihnachtsgeschenke online kaufen. Insgesamt werden 2019 rund 68 Milliarden Euro für Einkäufe im Internet ausgeben, laut Prognose des IFH.

Für den einen mag das rasante Tempo des unaufhaltsam fortschreitenden digitalen Umbruchs mit seiner unscharfen Zukunft ein bedrohlich wirkender Pfad sein. Wir bei FASTER verfolgen diesen Weg mit Neugier, Spannung und Vorfreude auf die neuesten Entwicklungsmethoden und Technologien – geschäftlich und privat. Laut einer Trendstudie zur Zukunft der Consumer-Technology 2020, sind zum Beispiel faltbare Displays das nächste große Ding im Mobilmarkt, denn innovative Bildschirmtechnologien sind der Top-Trend. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Unser Geschenktipp zu Weihnachten: Das Buch »Nächste Ausfahrt Zukunft« von Ranga Yogeshwar. Er beleuchtet von vielen Seiten den digitalen Umbruch – aufklärend, spannend und sehr unterhaltsam.

Von unserer Seite ein Prosit auf die Digitalisierung.
Wir wünschen allen von Herzen entspannte Weihnachten
und einen spitzen Start ins neue Jahr!

Ihr Team von
FASTER Software


Quellenangaben:

[1] ARD/ZDF-Online-Studie 1998 -PDF »Onlinemedien gewinnen an Bedeutung« // ARD/ZDF-Online-Studie 2019:
http:// http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/ardzdf-onlinestudie-2019/

[2] WIKI: https://de.wikipedia.org/wiki/E-Mail 
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Internets

[3] Marketing Boerse: »35 Jahre E-Mail«: https://www.marketing-boerse.de/news/details/1931-jubilaeum-35-jahre-e-mail-in-deutschland/159041

[4] 1to1: »30 Jahre WWW«:
https://www.onetoone.de/de/artikel/30-jahre-world-wide-web

[5] ibusiness: »60% der Deutschen begrüßen Digitalisierung«:
 https://www.ibusiness.de/marketing/db/669809SUR.html

[6] Statista: »Statistiken zur E-Mail Nutzung«:
 https://de.statista.com/themen/2249/e-mail-nutzung/

[7] Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH): »Branchenreport Onlinehandel 2019«
https://www.n-tv.de/ticker/Onlinehandel-waechst-auch-in-diesem-Jahr-kraeftig-article21408988.html

[8] Süddeutsche: »Legendäre Mobiltelefone«:
 https://www.sueddeutsche.de/digital/legendaere-mobiltelefone-vom-knochen-zum-fairphone-1.1773790

Happy Birthday Computer-Maus und frohe Weihnachten

Von Eva Eckle

FASTER Software – 18. Dezember 2018
Die vergangenen zwölf Monate waren aus technischer Sicht durchaus ereignisreich: von dem erneuten Breitband-Versagen in Deutschland, der weltweit rasant fortschreitenden digitalen Transformation sowie den spektakulären Weiterentwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz über den Abschied von der CeBIT, der weltgrößten IT-Messe bis hin zum Geburtstag der Computer-Maus.

Natürlich nicht zu vergessen die Auswirkungen durch die Einführung des Zeitfressers DSGVO. Die Aufarbeitung von ca. 100 verworrenen Artikeln stellte vor allem kleinere und mittlere Unternehmen vor immense Herausforderungen, mit zum Teil skurrilen Folgen. Während auch wir unseren »Spaß« mit der Umsetzung der DSGVO-Richtlinien hatten, wurden überall Webseiten – zumindest zeitweise – sogar abgeschaltet. Wie zum Beispiel »Private Blogs, Fußballblogs oder eine Kindertagesstätte, weil ihre Betreiber sich von den Regeln der DSGVO überfordert sahen. Selbst die Rechtsanwaltskammer Düsseldorf hatte ihre Webseite seit Inkrafttreten abgeschaltet«, wie die FAZ berichtete. In einem extremen Fall wurde sogar die Nutzung der eigenen Maus einfach verweigert, hatte man den neuen Datenschutzregeln nicht zugestimmt.

Hier bei FASTER ist der kleine Nager als treuer Begleiter bei der täglichen Arbeit nicht wegzudenken. Der diesjährige 50. Geburtstag gibt auch gerne Anlass auf die Entstehungsgeschichte des allseits beliebten Eingabegerätes zu schauen.

Ein Meilenstein in der Computer-Geschichte
Lange bevor der erste Personal-Computer auf den Markt kam, demonstrierte am 9. Dezember 1968 der Tüftler Douglas C. Engelbart erstmals eine Computermaus. Es gingen dann allerdings noch über zehn Jahre ins Land, bevor die Maus mit dem Apple-Macintosh für ein Massenpublikum verfügbar wurde. Er hatte sich jahrelang mit dem Entwurf eines Gerätes beschäftigt, das die Interaktion zwischen einem Menschen und einem Röhrenbildschirm erlaubt. Denn diese waren unglaublich kompliziert zu bedienen: Um mit der Maschine kommunizieren zu können, musste man lange Befehlsfolgen eintippen oder vorab in Lochstreifen gestanzte Befehle einlesen.

Wie es zu dem Namen kam
Diese Originalmaus, die in einem Holzgehäuse untergebracht war, enthielt ein Rad, das die Bewegung des Gerätes in Cursorbewegungen auf dem Bildschirm umsetzte. Ein Mitarbeiter Engelbarts meinte, das Holzkästchen sähe mit der roten Taste oben und dem Kabel hinten aus wie eine Maus. Der Name blieb. Die 90-minütige Live-Präsentation auf der »Fall Joint Conference«, die in einem Video für die Nachwelt erhalten geblieben ist, ging als »Mutter aller Demos« in die Geschichte ein.

1984 dann der Durchbruch für die Maus
Steve Jobs übernahm 1979 das Konzept der grafischen Bedienoberfläche. Apples »Lisa« war der erste Computer, der für die Maus ausgelegt war. Mit dem Macintosh erreichte die Maus 1984 dann den Durchbruch. Dieser Erfolg beeindruckte wiederum Bill Gates so sehr, dass er sich von der Kommandozeile von MS-DOS verabschiedete und nach dem Vorbild des Macintosh dann Maus und Icon als Standard bei Windows einführte.

Über 30 Jahre später ist die moderne Maus zwar technisch kaum noch mit ihrem Ur-Vater zu vergleichen, im Kern ist sie jedoch bis heute nahezu unverändert. Ein zeitloses Design das wir bei der täglichen Arbeit nicht missen wollen und das uns wohl noch viele Jahre begleiten wird.

In diesem Sinne wünschen wir der Maus alles Gute zum 50igsten
und allen anderen fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch!

Ihr Team von
FASTER Software

 


Quellenangaben:

[1] crn.de – Die »Mutter aller Demos« veränderte die Welt / Die Maus wird 50.
https://www.crn.de/server-clients/artikel-118781.html?cid=CRNnewsletter-weekly-html

[2] faz.net – Was der neue Datenschutz angerichtet hat
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/skurrile-folgen-der-dsgvo-15609815.html

 

FASTER feiert 20-jähriges Unternehmensjubiläum

Von Eva Eckle

FASTER Software – 14. Dezember 2017
Das Jahr neigt sich dem Ende. Wir fahren so langsam die Turbinen runter und blicken auf ein erfolgreiches 2017 zurück. Und nicht nur das: wir blicken auch auf 20 Jahre Bestehen von FASTER Software zurück.

Das möchten wir zum Anlass nehmen und uns bei all unseren Kunden und Partnern für die angenehme Zusammenarbeit und für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken.

Seit der Gründung von FASTER Software 1998 stehen wir für eine transparente und sorgfältige Arbeitsweise. Im Fokus stehen dabei seit jeher neben der Professionalität in Methodik, Systematik und Umsetzung – unsere ungebrochene Leidenschaft zur Technik.

Diese Kombination aus Bodenhaftung und Innovation ist das Fundament für das Umsetzen
und Implementieren von zukunftsorientierten Lösungen, die Bestand haben.

In den vergangenen Jahren hat FASTER diese Qualitäten und Stärken weiter ausgebaut. Von einfachen Projekten mit HTML und Microsoft Office bis hin zu komplexen .NET-Anwendungen haben wir uns im Laufe dieser Zeit mit den Anforderungen unserer Kunden immer weiter-entwickelt. So sind wir heute ein Allround-Profi in dem Marktsegment .NET-Entwicklungen. Voller Tatendrang gehen wir den kommenden Jahren entgegen, in denen wir weiterhin in
enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden hochwertige Lösungen entwickeln
und unsere Vielseitigkeit unter Beweis stellen dürfen.

In diesem Sinne blicken wir zufrieden und auch ein bisschen stolz zurück –
voll Vorfreude auf neue Herausforderungen und Aufgaben, die uns in Zukunft erwarten.

Wir wünschen allen eine schöne Weihnachtszeit und ein erfolgreiches neues Jahr!

Ihr Team von
FASTER Software

Digitale Festtagsstimmung bei FASTER

Von Eva Eckle

FASTER Software – 16. Dezember 2016
Das ganze Jahr über hängen wir am Tropf der digitalen Medien. Aber besinnen wir
uns an Weihnachten bei Kerzenschein und Festtagsente unserer analogen Wurzeln? Für uns bei FASTER ist »analog« natürlich ein No-Go und ein »Schimpfwort« für antiquierte Rückständigkeit.

Wir leben digital. Und wir lieben Technik. Täglich betätigen wir nur noch kleine Schalter oder Buttons und schon leuchten Lichter, duftet Gebäck, erklingen Lieder. High-Tech eben. Die Technologien entwickeln sich rasant weiter und die innovative Digitalisierung schreitet fort.
Aber laut des »Digital Consumer Trends« läuft auf Sicht eh alles in Richtung Verschmelzung
von On- und Offline.

artikel-foto-finalDas FASTER-Team frohlockt deswegen auch schon ob des digitalen Trends »ShyTech« – welche im Gegenzug zu High-Tech für eine Technologie steht, die kaum mehr wahrnehmbar, sondern einfach da ist. Man kann Funktionen durch Sprachsteuerung, Gestik oder Gedanken steuern – es ist eine nahtlose Vernetzung von intelligenten Technologien, die miteinander und mit dem Mensch interagieren. Man muss sich nicht weiter an die Technologie anpassen, sondern sie passt sich an uns an. Ein Traum.

Also dann: Weihnachten 4.0 mit Weihnachtsbaum-Hologramm, dem »Personal Berater«, der einen per Webcam Face-to-Face beim Online-Weihnachtskaufrausch fachkundig und persönlich berät und statt des verstaubten Weihnachtsmanns Drohnen mit roten Zipfelmützen, die über Dächer schwirren und Geschenke in die Schornsteine schießen. Weihnachten nach FASTER’s Geschmack.

Dennoch müssen auch wir uns eingestehen, dass wir an Weihnachten kleine Ausnahmen machen und den digitalen Tropf kurzfristig abhängen und kleine analoge Opfer darbringen wie Baum schmücken, Braten schmoren oder Lebkuchen backen.

Denn auch wir können uns nicht ganz des Scharms einiger analoger Annehmlichkeiten entziehen. Und deshalb schalten wir – ganz vielleicht – das Deckenlicht aus, um der besinnlichen Stimmung des flackernden Kerzenscheins Platz zu machen.

X-MAS-Gruß

 

 

 

 

 

 


Quellenangaben:

[1] Digitale Trends – Eine Reise ins Jahr 2020
http://www.der-innovationsblog.de/digitale-trends-2020/

»Obacht vor der Weihnachtsmaus«

FASTER Software – 18. Dezember 2015
Wir verabschieden uns aus diesem Jahr mal ganz klassisch mit einem Weihnachtsgedicht des deutschen Dichters und Schriftstellers James Krüss.

Weihnachtsmaus

 

Wir danken all unseren Kunden und Partnern für die angenehme Zusammenarbeit und für das entgegen gebrachte Vertrauen im vergangenen Jahr. Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie besinnliche Feiertage und einen guten Start in
ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr.

 

 



Die Weihnachtsmaus ist sonderbar –
sogar für die Gelehrten.
Denn einmal nur im ganzen Jahr
entdeckt man ihre Fährten.

Mit Fallen und mit Rattengift
kann man die Maus nicht fangen.
Sie ist, was diesen Punkt betrifft,
noch nie ins Garn gegangen.

Das ganze Jahr macht diese Maus
den Menschen keine Plage.
Doch plötzlich aus dem Loch herauskriecht
sie am Weihnachtstage.

Zum Beispiel war vom Festgebäck,
das Mutter gut verborgen,
mit einem mal das Beste weg
am ersten Weihnachtsmorgen.

Da sagte jeder rundheraus:
Ich hab´ es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen.

Ein andres Mal verschwand sogar
das Marzipan von Peter;
Was seltsam und erstaunlich war.
Denn niemand fand es später.

Der Christian rief rundheraus:
ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!


Ein drittes Mal verschwand vom Baum,
an dem die Kugeln hingen,
ein Weihnachtsmann aus Eierschaum
nebst andren leck`ren Dingen.

Die Nelly sagte rundheraus:
Ich habe nichts genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!

Und Ernst und Hans und der Papa,
die riefen: welche Plage!
Die böse Maus ist wieder da
und just am Feiertage.

Nur Mutter sprach kein Klagewort.
Sie sagte unumwunden:
Sind erst die Süßigkeiten fort,
ist auch die Maus verschwunden!

Und wirklich wahr: Die Maus blieb weg,
sobald der Baum geleert war,
sobald das letzte Festgebäck
gegessen und verzehrt war.

Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus,
– bei Fränzchen oder Lieschen –
da gäb‘ es keine Weihnachtsmaus,
dann zweifle ich ein bisschen!

Doch sag ich nichts, was jemand kränkt!
Das könnte euch so passen!
Was man von Weihnachtsmäusen denkt,
bleibt jedem überlassen. (James Krüss)

 

»Oh Du digitale Weihnachtszeit« – Weihnachten 2.0

Von Eva Eckle

FASTER Software – 16. Dezember 2014
Jedes Jahr zu Weihnachten feiern wir den Geburtstag eines Mannes, der vor über 2000 Jahren in Bethlehem zur Welt kam. Jesus von Nazaret; die zentrale Figur des christlichen Glaubens. Damals verbreitete sich die Kunde über Christi Geburt nur sehr langsam und erst Jahrzehnte nach seinem Tod wurden seine Geschichten in vier Evangelien (griech. ‚evangelion‘ = frohe Botschaft) niedergeschrieben. Wie das wohl heute in unserem digitalen Zeitalter ablaufen würde?

LapTopKeine zwei Stunden und die gesamte Welt wäre informiert. Maria und Josef – je mit einem eigenen Facebook-Account versteht sich – hätten die »frohe Botschaft« sogleich mit Selfies, Clips und Kommentaren gepostet. Sein Bruder twitterte ein Audiozitat via »Dubsmash«, seine Schwester verfasste unverzüglich einen Artikel in Ihrem Blog und die »Heiligen drei Könige« schickten eine WhatsApp, dass sie nur noch schnell ihre Gaben online einkaufen und sich dann sofort auf den Weg machen würden; wären dann aber vermutlich nicht dem Stern am Himmel, sondern Google-Maps nach Bethlehem gefolgt.

Wie dem auch sei, heute ist Weihnachten digital – das beweist eine aktuelle Verbraucherumfrage von Otto Group und Hermes einmal mehr. Ziel war es, die Dynamik des E-Commerce zur Weihnachtszeit mithilfe quantifizierbarer Daten zu visualisieren. Also gab die Otto-Group am 8. Dezember per Live-Stream einen Einblick in ihren Maschinenraum und haben so den Online-Kaufrausch dokumentiert. Die Visualisierung im Dashboard zeigt, in welcher Stadt in Deutschland gerade etwas dem Warenkorb hinzugefügt und wo gerade etwas gekauft wurde.

»Zahlreiche Tweets, Blog-Kommentare und eigenständige Online-Artikel belegen, dass wir damit einen Nerv getroffen haben, in dem wir die üblichen Bilder von vollen Geschäften und langen Schlangen an den Kassen um ein selbsterklärendes Live-Webtracking ergänzt haben. Wir sind selbst überrascht, wie positiv diese Aktion von der Community und den Fachmedien angenommen worden ist«, so Robert Hägelen, Abteilungsleiter Unternehmenskommunikation der Otto-Group.

Einigen Wochen zuvor ließ die Studie »Adobe Online Holiday Shopping Forecast« die Branche aufhorchen: Demnach sollte der 8. Dezember, mit voraussichtlich 483 Millionen Euro den umsatzstärksten Tag in der Weihnachtssaison im deutschen E-Commerce markieren. Die Basis der Studie: es wurden eine Billion Seitenaufrufe auf E-Commerce-Webseiten aus den vergangenen sieben Jahren ausgewertet.

Das Shopping-Fieber bei der Otto-Group habe gegen Abend dann den Gipfel erreicht. Umsatzstärkste Stunde seien die nach 20 Uhr, die Stunden nach 21 Uhr und nach 19 Uhr folgen auf den Rängen. Was zu dieser Zeit in den Online-Shops der Unternehmen der Otto-Group los war, kann man sich in einem Live-Stream ansehen, der die Aktivitäten gegen 19 Uhr zeige.

Insgesamt wurden innerhalb von 24 Stunden knapp 100.000 Warenkörbe bestellt. Der kleinste Warenkorb betrug 74 Cent (ein Büroartikel), der größte belief sich auf 20.000 Euro.

Dass Weihnachten vor allem ein Fest für Kinder sei, zeige die Liste der am häufigsten eingegebenen Suchbegriffe. Diese sei klar durch das Spielzeug-Sortiment dominiert. So landete »Lego« auf Platz 1 der am häufigsten eingegebenen Suchbegriffe, gefolgt von Playmobil, Eiskönigin und Playstation. Aus anderen Sortimenten schafften es nur die Schlagwörter »Bettwäsche« und »Bademantel« unter die Top 10.

Insgesamt seien am 8. Dezember rund 1,5 Millionen Suchworte eingegeben worden – das entspräche im Schnitt rund 17 Suchworten pro Sekunde – 24 Stunden lang.

Zehn Milliarden Euro werden die Deutschen dieses Jahr laut einer Prognose des Handelsverbandes Deutschland zu Weihnachten im Internet ausgeben. Das entspräche einem Plus von 18 Prozent gegenüber des Vorjahres. Somit habe das Internet mittlerweile einen Anteil von 12 Prozent am gesamten Weihnachtsgeschäft in Deutschland.

Das zu erwartende Bild in den Schaltzentralen zahlreicher Web-Shops: Ächzende Server, schwitzende Systemadministratoren, jubelnde Online-Marketing-Manager und grinsende Geschäftsführer.

In diesem Sinne, »Oh Du digitale Weihnachtszeit«!

 

X-MAS-Gruß


Quellenangaben:

[1] Blog der Otto-Group // Digitales Weihnachten
http://www.ottogroupunterwegs.com/blog/index.php

 

Quizduell-Intelligenz 2.0 – Kann man Intelligenz trainieren?

Von Eva Eckle

FASTER Software – 02. April 2014
Computer, Internet und Handys fordern das Gehirn. Der Trend zu Mobilität und Gaming wächst unaufhörlich. Der weltweit durchschnittliche IQ steigt seit Jahrzehnten. Doch welche Rolle spielen die neuen Medien dabei? Kann man durch virtuelle Quizduelle und Gehirnjogging-Programme seinen Intelligenzquotienten dauerhaft steigern?

Hamburg/Neu Wulmstorf – Seit Monaten ist die Spiele-App »Quizduell« auf dem Vormarsch und hat Smartphone-Besitzer fest im Griff. Im Ranking der geladenen Apps liegt das »Quizduell« auf Platz 4. Bereits über 15 Millionen Deutsche versuchen bei dem virtuellen Duell in insgesamt 19 Wissenskategorien, in jeweils 6 Fragerunden ihre vermeintliche »Intelligenz« zu beweisen. Die App startete im August 2012 und ist hierzulande seit Ende 2013 der Renner in den App-Stores. Eine Frage, vier Antwortmöglichkeiten. Pro Sprache gibt es rund 25.000 Fragen und es kommen pro Tag 500 neue dazu. Die bereits infizierten Deutschen öffnen die App täglich 23 Millionen Mal und es kommen Tag für Tag um die 100.000 Neu-Infizierte dazu.

Laut des IT-BranchenvQD2.1erbands spielt mittlerweile jeder dritte Gamer zusätzlich oder ausschließlich auf seinem Smartphone. »Immer mehr Menschen, die bisher keine Computerspiele gespielt haben, installieren sich auf ihren Smartphones und Tablets Spiele-Apps. Mobilgeräte erreichen dadurch ganz neue Spielergruppen«, sagt Tobias Arns, Gaming-Experte beim Bitkom. Allgemein nehme die Bedeutung der sogenannten »Casual Games« für den Markt immer stärker zu. Der »Casual-Gamer« setzte auf eine schnelle und unkomplizierte Spielerfahrung, die keine ausladenden Ansprüche an die Hardware stellt.

Seit Wochen berichten Funk und Fernsehen immer wieder über den Erfolg und die Sucht nach der QuizApp. Ein »Süchtigmacher« nach Triumph, nach virtueller Anerkennung, den man gegen Freunde und Fremde sammeln kann. Je öfter man versagt, umso mehr will man es sich und dem penetranten Sieger immer wieder beweisen.

Soweit, so gut. Aber inwieweit sind bei solcher Art virtueller Spielduelle Triumph und Niederlage, Demut und Prahlerei von Bedeutung? Geht es dabei wirklich um die gegenseitige Messung des Intelligenzgrades? Dümmer wird man wohl nicht, aber existiert wirklich eine Steigerung des IQ?

Der weltweit durchschnittliche IQ steigt –  welche Rolle spielen die neuen Medien dabei?
Studien zeigen, dass Computerspielen das räumliche Denken schult und dass die Beschäftigung mit Bildschirmmedien vor allem die visuell-räumlichen Komponenten des Denkens fördert und die Fähigkeit stärkt, rasch zwischen mehreren Aufgaben zu wechseln. Doch was genau das Denkvermögen des letzten Jahrhunderts beflügelt hat, ist umstritten. Längere Ausbildung und eine bessere Ernährung können ebenso dazu beigetragen haben wie die zunehmende Technisierung des Alltags: Sie zwingt uns mehr denn je, immer wieder Neues zu lernen – was die grauen Zellen auf Trab hält.

Der Mensch 3.0 – intelligent aber herzlos?
Kritiker betonen die angeblich schädlichen Folgen der heutigen intensiven Mediennutzung: Wer viel Zeit online verbringe, sei auch im »echten« Leben nur noch auf der Jagd nach schnellen, leicht verdaulichen Informationshäppchen. Wer wiederum viele Bücher lese, könne Geschichten zueinander in Beziehung setzen, so dass Bedeutungsgeflechte entstünden. In der zweidimensionalen Welt funktioniere das eben nicht. Es gäbe nur schnelle Bilder, doch die Inhalte hätten für den Konsumenten keine Signifikanz und tiefere Bedeutung. Es zähle nur noch der Augenblick. Die Krux, die Menschen würden zwar immer intelligenter, seien dafür aber weniger empathisch, rücksichtsloser und schnelllebiger, so die Prof. Patricia Greenfield, Psychologin an der University of California in Los Angeles.

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Mit virtuellem Gehirntraining doch nur zum »Fachidioten«

Adrian Owen, Neurowissenschaftler an einer Forschungseinrichtung in Cambridge ließ mehr als 11.000 Versuchspersonen sechs Wochen lang online unter anderem ihr Gedächtnis, Schlussfolgern und ihre visuell-räumlichen Fähigkeiten trainieren. Die Leistung jedes Einzelnen hatte sich tatsächlich über die Zeit verbessert – allerdings nur in den bekannten Aufgaben. Als die Versuchspersonen andere, ähnliche Tests absolvieren sollten, waren sie nicht besser als der Durchschnitt.

Fluide Fähigkeiten lassen ab etwa Mitte 30 allmählich nach. Dann ist es zwar weiterhin möglich, sich in einer bestimmten Aufgabe zu verbessern, etwa im Sudoku-Knobeln. Doch solch ein Training wirkt sich immer nur auf die geistigen Prozesse aus, die für diese oder ähnliche Übungen nötig sind. Wer Profi im Kreuzworträtseln wird, schärft nicht automatisch auch seinen Sinn für Zahlen. Psychologen würden sagen: Der so genannte Ferntransfereffekt bleibt aus – also die Übertragung einer spezifischen Leistungssteigerung auf die allgemeine Denkfähigkeit.

Anders bei Kindern und Jugendlichen. Sie bauen vor allem durch die Schulbildung Denkfähigkeiten und Wissen auf. Eine ideale Förderung vorausgesetzt, haben sie mit etwa 20 Jahren ihr individuelles Intelligenzpotenzial ausgeschöpft.

Wir brauchen fluide Intelligenz, um Wissen und Fertigkeiten, die so genannte kristalline Intelligenz, effektiv anzuwenden. Was jemand im Leben erreicht, ist somit eine Funktion beider Intelligenzbausteine.

Quiz-Duell macht Spaß, aber nicht wirklich schlauer
Ergo, wer immer wieder als Triumphator eines Quiz-Duells hervorgeht, darf sich zu Recht auf die Schulter klopfen, denn sein erworbenes Allgemeinwissen kann sich sehen lassen. Sicherlich lernt man auch das Eine oder Andere dazu, aber die »ernüchternde Botschaft, dass die langfristige Steigerung des Intelligenzquotienten im Erwachsenenalter kaum möglich ist« bleibt. Was die jüngere Genreration betrifft, so ist sicherlich das extrem kurze Zeitfenster von 20 Sekunden nicht die richtige Zeitspanne, um Informationen dauerhaft in den grauen Zellen zu speichern. Also macht uns Allen das Duellieren beim »QuizDuell« Spaß, aber nicht langfristig »schlauer«. Man setzt eben ein, was man eh schon »hat«.

Die blaue und die rote Kapsel führen ins Wunderland
Nun denn, da die Möglichkeit wie in »Matrix« ausbleibt, sich neue Fähigkeiten mal eben ins Gehirn »zu laden«, müssen wir uns wohl auf alt hergebrachte Weise Wissen und Intelligenz aneignen. Die Frage, ob die rote oder blaue Kapsel stellt sich nur insofern, als dass man sich in unserer Dimension bewusst für einen gesunden Mix, der »realen« und der »virtuellen« Welt entscheiden sollte. Also Kinder, ran an die Bücher. Je eher desto gut. (Allgemein)-Wissen ist eben doch cool. Das ist die Wahrheit, nicht mehr. Bedenke: beide Welten bieten ein Wunderland in den Tiefen des Kaninchenbaus!


Quellenangaben:

[1] Gehirn-und-Geist.de // Kann man Intelligenz trainieren?
http://www.gehirn-und-geist.de/alias/iq-tests/kann-man-intelligenz-trainieren/1223561

[2] Gehirn-und-Geist.de // PDF Intelligenz 2.0
http://www.gehirn-und-geist.de/alias/neue-medien/intelligenz-2-0/1022454

[3] WELT.de // Quizduell: Die App für Demütigungen und Angeber
http://www.welt.de/debatte/kolumnen/der-onliner/article123808289/Die-App-fuer-Demuetigungen-und-Angeber.html

[4] Heise.de – Technology Review // Die neue Intelligenz
http://www.heise.de/tr/artikel/Die-neue-Intelligenz-2153262.html

[5] n-tv.de // Neue Sucht am Handy – Spiele-Apps im Test
http://www.n-tv.de/ratgeber/Sendungen/Spiele-Apps-im-Test-article12367271.html

[6] crn.de // Neue Herausforderungen für den Spielemarkt
http://www.crn.de/software/artikel-100322.html

[7] Focus // App-Charts
http://www.focus.de/digital/computer/telekommunikation-app-charts-auf-mini-quiz-folgt-das-mathe-duell_id_3598538.html