»Oh Du digitale Weihnachtszeit« – Weihnachten 2.0

Von Eva Eckle

FASTER Software – 16. Dezember 2014
Jedes Jahr zu Weihnachten feiern wir den Geburtstag eines Mannes, der vor über 2000 Jahren in Bethlehem zur Welt kam. Jesus von Nazaret; die zentrale Figur des christlichen Glaubens. Damals verbreitete sich die Kunde über Christi Geburt nur sehr langsam und erst Jahrzehnte nach seinem Tod wurden seine Geschichten in vier Evangelien (griech. ‚evangelion‘ = frohe Botschaft) niedergeschrieben. Wie das wohl heute in unserem digitalen Zeitalter ablaufen würde?

LapTopKeine zwei Stunden und die gesamte Welt wäre informiert. Maria und Josef – je mit einem eigenen Facebook-Account versteht sich – hätten die »frohe Botschaft« sogleich mit Selfies, Clips und Kommentaren gepostet. Sein Bruder twitterte ein Audiozitat via »Dubsmash«, seine Schwester verfasste unverzüglich einen Artikel in Ihrem Blog und die »Heiligen drei Könige« schickten eine WhatsApp, dass sie nur noch schnell ihre Gaben online einkaufen und sich dann sofort auf den Weg machen würden; wären dann aber vermutlich nicht dem Stern am Himmel, sondern Google-Maps nach Bethlehem gefolgt.

Wie dem auch sei, heute ist Weihnachten digital – das beweist eine aktuelle Verbraucherumfrage von Otto Group und Hermes einmal mehr. Ziel war es, die Dynamik des E-Commerce zur Weihnachtszeit mithilfe quantifizierbarer Daten zu visualisieren. Also gab die Otto-Group am 8. Dezember per Live-Stream einen Einblick in ihren Maschinenraum und haben so den Online-Kaufrausch dokumentiert. Die Visualisierung im Dashboard zeigt, in welcher Stadt in Deutschland gerade etwas dem Warenkorb hinzugefügt und wo gerade etwas gekauft wurde.

»Zahlreiche Tweets, Blog-Kommentare und eigenständige Online-Artikel belegen, dass wir damit einen Nerv getroffen haben, in dem wir die üblichen Bilder von vollen Geschäften und langen Schlangen an den Kassen um ein selbsterklärendes Live-Webtracking ergänzt haben. Wir sind selbst überrascht, wie positiv diese Aktion von der Community und den Fachmedien angenommen worden ist«, so Robert Hägelen, Abteilungsleiter Unternehmenskommunikation der Otto-Group.

Einigen Wochen zuvor ließ die Studie »Adobe Online Holiday Shopping Forecast« die Branche aufhorchen: Demnach sollte der 8. Dezember, mit voraussichtlich 483 Millionen Euro den umsatzstärksten Tag in der Weihnachtssaison im deutschen E-Commerce markieren. Die Basis der Studie: es wurden eine Billion Seitenaufrufe auf E-Commerce-Webseiten aus den vergangenen sieben Jahren ausgewertet.

Das Shopping-Fieber bei der Otto-Group habe gegen Abend dann den Gipfel erreicht. Umsatzstärkste Stunde seien die nach 20 Uhr, die Stunden nach 21 Uhr und nach 19 Uhr folgen auf den Rängen. Was zu dieser Zeit in den Online-Shops der Unternehmen der Otto-Group los war, kann man sich in einem Live-Stream ansehen, der die Aktivitäten gegen 19 Uhr zeige.

Insgesamt wurden innerhalb von 24 Stunden knapp 100.000 Warenkörbe bestellt. Der kleinste Warenkorb betrug 74 Cent (ein Büroartikel), der größte belief sich auf 20.000 Euro.

Dass Weihnachten vor allem ein Fest für Kinder sei, zeige die Liste der am häufigsten eingegebenen Suchbegriffe. Diese sei klar durch das Spielzeug-Sortiment dominiert. So landete »Lego« auf Platz 1 der am häufigsten eingegebenen Suchbegriffe, gefolgt von Playmobil, Eiskönigin und Playstation. Aus anderen Sortimenten schafften es nur die Schlagwörter »Bettwäsche« und »Bademantel« unter die Top 10.

Insgesamt seien am 8. Dezember rund 1,5 Millionen Suchworte eingegeben worden – das entspräche im Schnitt rund 17 Suchworten pro Sekunde – 24 Stunden lang.

Zehn Milliarden Euro werden die Deutschen dieses Jahr laut einer Prognose des Handelsverbandes Deutschland zu Weihnachten im Internet ausgeben. Das entspräche einem Plus von 18 Prozent gegenüber des Vorjahres. Somit habe das Internet mittlerweile einen Anteil von 12 Prozent am gesamten Weihnachtsgeschäft in Deutschland.

Das zu erwartende Bild in den Schaltzentralen zahlreicher Web-Shops: Ächzende Server, schwitzende Systemadministratoren, jubelnde Online-Marketing-Manager und grinsende Geschäftsführer.

In diesem Sinne, »Oh Du digitale Weihnachtszeit«!

 

X-MAS-Gruß


Quellenangaben:

[1] Blog der Otto-Group // Digitales Weihnachten
http://www.ottogroupunterwegs.com/blog/index.php